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Angriff auf den freien Welthandel?

Der Name des Unterfangens lädt zum Sich-drüber-lustig-machen ein; die Grundidee ist dennoch wissenschaftlich gut begründet und sehr, sehr ernst:

„Wir gründen jetzt einen Klimaschützer-Club“ beschloss die Bundesregierung in einer ihren letzten Sitzungen dieser Amtsperiode und legte dazu ein „Eckpunktepapier“ vor. Clubmitglieder können Staaten werden, die sich anspruchsvollen Zielen und ebensolchen Maßnahmen zum Klimaschutz widmen wollen. Ist das mehr als ein Witz?

Die Idee des Wirtschaftsnobelpreisträgeres William Nordhaus, auf den die Idee des Klimaclubs zurückgeht, ist allerdings nicht so gemütlich, wie das die Vorstellung eines „Clubs“ (Freizeitatmosphäre, gute Musik, feine Getränke, weiche Ledersessel) vermuten lässt. Der Klima-Club wäre nämlich ein Angriff auf den freien Welthandel: Wer an Club-Mitglieder Waren und Dienstleistungen verkaufen will, muss nämlich die Standards der Clubmitglieder erfüllen. Umweltdumping, kein CO2-Preis, Missachtung des Pariser Abkommens – all das schafft derzeit einen Marktvorteil. Nach Gründung des Clubs würde dieses negative Verhalten dazu führen, dass mit den Clubmitgliedern keine Geschäfte mehr möglich sind.

Es ist dann damit zu rechnen, dass aufgrund dieser festgelegten Handelshindernisse mehr und mehr Länder selbst Club-Mitglied werden möchten oder werden müssen, um im Geschäft zu bleiben. Auf diese Weise käme es am guten Ende dazu, dass sich alle wichtigen globalen Wirtschaftsakteure einem strengen Klimaregime unterwerfen. 

Sollte der „Club“ aber auf den harten Kern dieser Idee verzichten und lediglich einen weiteren Ort für „Sollte-müsste-könnte“-Gespräche erschaffen, dann wäre die Welt um eine gute Idee ärmer. 

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